Kartoffeln im Holzfeuer

Dieses Monat geht es bei der kulinarischen Weltreise nicht um ein bestimmtes Land, sondern um eine Art der Zubereitung.
Das Grillen am offenen Feuer ist wohl die älteste Art der Speisenzubereitung.

Holzfeuer
Holzfeuer

Vielleicht hat ein Mensch irgendwo ein Stück Fleisch nahe an seiner Feuerstelle abgelegt und anschließend bemerkt, dass gebratenes Fleisch besser als rohes Fleisch schmeckt.

Kartoffeln aus dem Lagerfeuer

Feuerkartoffeln

Während Grillen in den vergangenen Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt, mit immer ausgefeilteren Grillgeräten, Rezepten und sogar Wettbewerben, war das in meiner Kindheit in den 1960ern noch anders. Einen Grill besaßen wir damals nicht, dafür aber das Kartoffelfeuer.
Für die im Herbst heiß begehrten Feuerkartoffeln brauchten wir nur: Feuer, Kartoffeln und unsere Hände.
Spanische Seefahrer waren es, welche die Kartoffel im 16. Jahrhundert aus Lateinamerika nach Europa brachten. Aber erst als Friedrich der Große am 24. März 1756 seine Untertanen dazu verpflichtete, die Kartoffeln anzubauen, wurde sie zu einem Grundnahrungsmittel, mit dem sich künftige Hungersnöte verhindern ließen.
Wurden im Spätsommer die Kartoffeln geerntet, schichtete man das nicht benötigte Kraut auf den Feldern zu kleinen Haufen und verbrannte es.
Dicke Qualmwolken stiegen auf und der Rauch kitzelte sämtliche Kindernasen in den umliegenden Häuser.
Der Duft nach verbrannten Kartoffelkraut verriet uns, wo die Feuer vor sich hin qualmten.
Wir durchsuchten den Acker nach liegengebliebenen Kartoffeln, warfen die Knollen in eines der Feuer und wachten mit Argusaugen, dass keiner die zusammengeklaubten Kartoffeln uns vor der Nase wegmopst.

Kartoffeln in der Glut eines Holzfeuers
Kartoffeln in die Glut des Feuers legen

Waren die Flammen des Feuers erloschen, fischten wir unser Grillgut mit langen Stangen oder den Füßen aus dem Feuer. Die heiße Kartoffel wurde nun zwischen den Händen hin und her jongliert und dabei kräftig angeblasen, sollte sie doch möglichst schnell abkühlen. Anschließend pellten wir die verkohlte Schale vorsichtig ab und aßen die Kartoffel.

Kartoffeln im Holzfeuer gegart
Kartoffeln aus dem Holzfeuer
Kartoffeln aus dem Lagerfeuer
Feuerkartoffeln

Das war für uns die beste Kartoffel der Welt, auch wenn sie noch immer nach dem Krautrauch roch und manchmal auch verbrannt schmeckte.

Kartoffelpuffer
Baggers

Baggers, ein weiteres Kartoffelrezept auf diesem Blog. Bitte Bild anklicken, um zum Beitrag zu gelangen.

 

 

Kulinarische Weltreise
Kulinarische Weltreise Tema Juli 2020: BBQ-Spezial

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  2. Von Feuerkartoffeln in Kartoffelkraut gegart habe ich noch nie gehört. Interessante Geschichte, wobei ich sie dann doch lieber in eine normale Glut gare. 🙂
    Viele Grüße Sylvia

    • Hallo Sylvia,
      in normaler Glut schmecken die Kartoffeln nicht nach dem Krautrauch. Der weckt bei mir aber gerade die Kindheitserinnerungen.
      Viele Grüße
      Ronald

  3. Diese Erinnerung habe ich auch – ich sollte sie mal wieder heraufbeschwören und beim nächsten Grillen ein paar Kartoffeln in die Glut werfen…

    • Hallo Susanne,
      das ist ja ohne großen Aufwand machbar. Viele Freude bei den Erinnerungen, die sie wecken.
      Viele Grüße
      Ronald

  4. Ein Feuer aus dem Kartoffelkraut haben wir (leider) nie gemacht. Aber die eigenen Kartoffeln in der Glut vom Grill gegart schon. Manchmal auch am Lagerfeuer, das wir (verbotenerweise) am Baggersee entfacht hatten. Und ja, auch wir haben mit den Kartoffeln jongliert. Eine sehr schöne Kindheitserinnerung.

    LG Andrea

    • Hallo Andrea,
      es ist schon erstaunlich, was so eine einfach gegrillte Kartoffel für Erinnerungen wecken kann.
      Liebe Grüße
      Ronald

  5. Pingback: veganes Salsa Rezept als Beilage für die nächste Grillparty

  6. Was für eine wunderschöne Erinnerung. Für mich als Kartoffelfan wäre das genau das Richtige.
    Herzlichst, Conny

    • Hallo Conny,
      oft sind es die einfachen Dingen, wie so eine gegrillte Kartoffel, die uns berühren.
      Liebe Grüße
      Ronald

  7. Kartoffelfeuer kenne ich noch von meiner Oma. Dass da aber Kartoffeln drin gegart wurden ist mir neu. Interessante Infos rund um die Kartoffel.

    • Ja, das war in den 1960ern noch gang und gäbe, leider in der Zwischenzeit ausgestorben.
      Viele Grüße
      Ronald

  8. Ja, schöne Kindheitserinnerungen, wenn sie bei uns auch in der Glut im gemauerten Grill auf der Streuobstwiese meiner Eltern landeten. Ich mag die angekokelten Kartoffeln bis heute gerne!
    Liebe Grüße
    Simone

    • Hallo Simone,
      freut mich, dass auch Du noch diese Kindheitserinnerungen hattest und auch noch heute Kartoffeln grillst.
      Liebe Grüße
      Ronald

  9. Hallo Ronald,

    danke für das Teilen Deiner Erinnerung und die leckere Kartoffel. In der Glut gegrillt habe ich sie schon lange nicht mehr, obwohl ich das auch noch von früher kenne.

    Schöne Grüße
    Volker

    • Hallo Volker,
      schön zu hören, dass auch du noch die Feuerkartoffeln kennst.
      Liebe Grüße
      Ronald

  10. Oh das haben wir frueher oft gemacht, einmal in Wacken, am Heavy Metal festival. Dabei haben wir welche im Feuer vergessen, die gabs dann zum Fruehstueck!

    LG Wilma

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  12. Genau – absolute Jugenderinnerung! Mit Freunden am Kartoffelfeuer, Gitarre dabei, immer noch etwas leicht verkohlte Schale mit an den Kartoffelstückchen. Klasse war’s und absolut köstlich! Danke fürs Erinnern 🙂

  13. Jesse-Gabriel

    Lagerfeuer Kartoffeln – Kartoffeln aus der Glut ohne Alufolie gebacken für mich das Größte, leckerste was es gibt!!!
    Danke für das teilen.
    Gruß,
    Jesse-Gabriel
    https://www.pinterest.de/jespfo/so-esse-ich-kartoffel-am-liebsten/

    • Schön, dass Sie auch diese Kindheitserfahrung gemacht haben.
      Liebe Grüße
      Ronald

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  16. Hallo Ronald,

    Feuerkartoffeln kannte ich bis eben noch nicht, wohl aber das nach der Ernte obligatorische Kartoffelfeuer. Bei uns gab es nach der Ernte immer Kartoffelstuten.

    Viele Grüße
    Michael

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  20. Kartoffelfeuer kenne ich selber nur noch aus den Erzählungen meines Opas (*1908) und meiner Eltern (*1934 u. 1938).

    Mit viel Glück zauberte wohl jemand noch etwas frische selbst gemachte Butter hervor.

    Das müssen die besten Röstkartoffeln ever gewesen sein.

    LG Britta

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