Schwarzer Johannisbeerlikör selber machen ist einfach und lecker. Daher ging ich heute morgen gleich nach dem Frühstück in den Garten, wo die schwarzen Johannisbeeren schon darauf warteten, geerntet zu werden.

Zutaten
Method
- Die schwarzen Johannisbeeren etwas zerdrücken und in ein verschließbares Glas geben. Mit Doppelkorn aufgießen und den braunen Kandiszucker hinzugeben. Die Beeren müssen vollständig von der Flüssigkeit bedeckt sein.

- Das Glas verschließen und mindestens 5 Monate ruhen lassen. Einmal im Monat etwas durchschütteln. Ist der Likör durchgezogen, werden die Früchte abgegossen und ausgedrückt.

- Anschließend kann der Likör in Flaschen abgefüllt werden. Der Likör kann aber auch mit einer Zimtstange, Nelken oder Vanilleschote gewürzt werden. Diese werden gleich beim Aufsetzen hinzugegeben.

Aufbewahrt hält sich der Likör an einem dunklen, kühlen Ort locker ein Jahr, oft sogar länger. Je länger er ruht, desto runder wird der Geschmack, die anfängliche Süße tritt zurück und die Frucht kommt deutlicher zur Geltung. Wer mag, füllt ihn in kleine Flaschen ab und verschenkt ihn zu Weihnachten. Mit einem handgeschriebenen Etikett und dem Hinweis, dass er am besten gut gekühlt getrunken wird.
In Frankreich heißt schwarzer Johannisbeerlikör ja Cassis. Als die Nazis während der Besatzungszeit sämtlichen Burgunder requiriert hatten, blieb den Franzosen selbst nur trockener Weißwein und eben der schwarze Johannisbeerlikör übrig, aus dem sie ihren Trost mischten. Gemischt ergab beides einen leckeren Cocktail, der unter dem Namen Kir Royal schließlich in der ganzen Welt bekannt wurde. Kommt statt Weißwein Champagner ins Glas, heißt er einfach Kir de Champagne.
Schwarzer Johannisbeerlikör einfach selber machen
Ich selbst mache den Johannisbeerlikör seit vielen Jahren, immer wieder nach dem Rezept der Oma. Gelegentlich wandle ich ihn ein bisschen ab, experimentiere mit Vanille, Zimt und anderen Gewürzen.
Dass der Likör lecker ist, ahnten selbst die Kinder, auch wenn sie selbstverständlich nichts davon bekamen. Als jedoch nach einer Familienfeier die Gäste lang und umständlich an der Haustür verabschiedet wurden, nutzte eines von ihnen die Gelegenheit. Noch standen die Likörgläschen auf dem Tisch, jedes von ihnen mit einem kleinen Tröpfchen Johannisbeerlikör. Weil die Gläschen klein genug für die Kinderzunge waren, leckte das Kind die Neige aus. Dass ich über die auf diese Art gesäuberten Gläser nicht ganz glücklich war, versteht sich. Beim nächsten Fest wurden daher die Likörgläschen gleich abgeräumt. Vorsichtshalber und egal, ob in ihnen noch schwarzer Johannisbeerlikör war oder nicht.
Berauschend und gesund zugleich
Die schwarzen Beeren schmecken nicht jedem. Trotzdem sind sie gesund und enthalten viel Vitamin C. Ob das für den Likör auch noch zutrifft, kann ich nicht sagen. Im Alkohol löst sich ja vieles. Vermutlich ist es aber wie mit vielen Dingen: Die Menge macht es. Ein Gläschen am Tag, vielleicht zum Kuchen oder nach dem Essen, dürfte kaum schaden. Wer täglich eine ganze Flasche davon trinkt, sollte gelegentlich die Leber nach ihrer Meinung fragen.