Ab 1950 blühte nicht nur die Konjunktur und die Menschen hatten hierzulande wieder Arbeit, sondern es gab immer mehr zu kaufen. Wer sich etwas leisten konnte, wollte das auch zeigen und sein Leben genießen. So gehörte ein Besuch im Cafe am Sonntagnachmittag sozusagen zum obligatorischen Ablauf dazu. Dort gab es das Ei im Glas, bis in die 70er Jahre hinein ein beliebter Snack, der heute längst von den Speisekarten verschwunden und damit so gut wie in Vergessenheit geraten ist.
Während sich die Frauen schick in Schale, das heißt, in modische Kleider warfen, kleideten sich die Herren mit Anzug und Krawatte. Wer damals etwas auf sich hielt, rauchte. Rauchen war Statussymbol und signalisierte Wohlstand: Ich kann es mir leisten.

Die Männer knipsten mit ihrem Besteck die Spitzen der Zigarren ab und befeuchteten das Ende mit dem Mund. Erst dann zündeten sie die Rauchwaren an. Frauen rauchten dagegen meist Zigaretten, auf Zigarettenspitzen gesteckt. So sah es einfach eleganter aus. Sie stützten ihren Arm mit dem Ellenbogen auf dem Tisch ab, zogen den Rauch ein und bliesen ihn als kleine Ringe zurück in die Luft. Wir Kinder waren von dieser Zeremonie gebannt und sahen zu, wie die zunächst kleinen Ringe immer größer wurden, bis sie sich schlussendlich in Luft auflösten.

Ich erinnere mich noch genau daran, dass wir selbst heimlich rauchten, einzig und allein, weil wir auch solche Ringe in die Luft pusten wollten. Wir ließen selbst dann nicht von unserem Vorhaben ab, wenn uns schlecht wurde oder wir kräftig husten mussten.

Brachte die Bedienung dann das bestellte Ei im Glas, nahm das sonntägliche Ritual seinen Lauf: Das weich gekochte Ei wurde mit einem langstieligen Löffel vorsichtig zerteilt und verrührt. Erst dann wanderte es in kleinen Häppchen vorsichtig in den Mund, schließlich sollte doch nichts auf die Sonntagskleidung kleckern.

Ei im Glas

Ei im Glas

Zubereitung:
Die Eier mit einer Nadel an beiden Enden anstechen und in einem Topf mit kaltem Wasser geben. Drei Minuten kochen lassen und anschließend mit kaltem Wasser abschrecken. Nun die Schale vorsichtig entfernen und das Ei in einen Glas legen. Mit Schnittlauch betreuen und nach belieben salzen und Pfeffern.

Thema August 2019 – schnelle Rezepte

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogaktion „Leckeres für jeden Tag“ teil.
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  6. Lieber Ronald,
    das ist wirklich ein schnelles Rezept., schneller geht es wirklich nicht! Danke und viele Grüße, Urs

  7. Lieber Ronald,
    Da muss ich mich meinem Vorredner anschließen, schneller gehts wirklich nicht!
    Liebe Grüße, Ina

  8. Ich habe so ein Rezept noch nie probiert! Ich liebe weiche Eier und das sieht einfach, hübsch und total lecker aus! Viele Grüße, Izabella

  9. Lieber Ronald,
    das ist ja ein sehr schnelles Rezept. Schmeckt bestimmt auch gut zum Frühstück.
    Liebe Grüße
    Anika

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  11. Eier im Glas mache ich mir auch immer gerne. Allerdings habe ich keine so rührende Geschichte dahinter. Kennengelernt habe ich sie als Katerfrühstück in der Studentenzeit. Lieben Gruß Sylvia

  12. Hallo Roland,
    Von Eiern im Glas habe ich noch nie gehört. Das werde ich mir aber für’s nächste Frühstück/für den nächsten Brunch merken.
    LG,
    Jill

  13. Lieber Ronald,

    so einfach und schnell kann es sein ein wirkliches Turborezept und wieder ein sehr schön geschriebener Beitrag.

    Liebe Grüße
    Britta

  14. Lieber Ronald,
    ich kenne das Ei im Glas auch als Frühstücksrezept. Danke für Deine schöne Geschichte zum Rezept. Obwohl ich froh bin, dass heute im Café nicht mehr geraucht werden darf, verstehe ich, welche Faszination Rauchringe ausüben können. 😉
    Herzlichst, Conny

  15. Lieber Ronald, ich finde es klasse so was einfaches wie ein Ei so toll anzurichten und zu zelebrieren! Und wieder so ein schön geschriebener Beitag von dir! Liebe Grüße Silke

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