Brot mit Erinnerung
Es gab eine Zeit, da war Brot mehr als nur Nahrung, es war Gemeinschaft. Bevor es in jedem Dorf einen Bäcker gab, heizten die Menschen selbst den Backofen an. Kleine Backhäuschen aus Stein, mit schweren Türen, durchzogen vom Duft nach Rauch und Teig. In der Fränkischen Schweiz stehen einige dieser Häuschen noch immer, als hätten sie nur kurz innegehalten. Und manchmal glühen ihre Öfen wieder.
Wer einmal ein Holzofenbrot probiert hat, weiß: Es braucht nichts dazu. Keine Butter, keine Marmelade. Das Brot spricht für sich.
Der Weg zum Bäcker
Als Kind war der Gang zum Bäcker nicht immer Freude, sondern manchmal auch Mutprobe.
“Hier ist das Geld. Einen Fünferlaib. Und lass dir bloß kein altes Brot andrehen!“ Die Worte meiner Mutter hallten in meinem Kopf, während ich losging. Alt oder frisch, das war keine Kleinigkeit, sondern eine Frage der Ehre.
Ich hasste diesen Auftrag. Kam ich mit dem falschen Brot zurück, musste ich noch einmal los. Und das bedeutete, einem Erwachsenen zu sagen, er habe mir etwas verkauft, das nicht gut genug war. Für ein Kind eine gewaltige Herausforderung. Unterwegs kreisten die Gedanken: Sollte ich gleich sagen, dass ich ein frisches Brot will? Oder erst abwarten? Und woran erkennt man, ob ein Brot von heute oder von gestern ist?
Zwischen Kruste und Gewissen
Zu Hause wurde der Laib wie ein Beweisstück geprüft. Ein Blick. Ein Druck mit dem Daumen: „Das ist nicht frisch.“ Auch wenn ich beteuerte, dass ich extra danach gefragt hätte, half es nichts. Ich musste wieder los, mit klopfendem Herzen. Und plötzlicher Unsicherheit: Sollte ich einen länglichen Laib oder einen runden Kibb holen? Ich drehte um, fragte nach, lief erneut zum Bäcker.
„Das Brot ist frisch“, sagte er, mit diesem Ton, den Erwachsene anschlagen, wenn sie sich zu Unrecht beschuldigt fühlen.
„Meine Mutter möchte eines von heute“, brachte ich hervor. Der Bäcker seufzte: „Sag ihr, es war ein Versehen.“ Ich sagte es. Und das Brot schmeckte trotzdem.
Brot heute
Vielleicht ist es genau das, was Brot ausmacht. Es erzählt Geschichten. Von Wegen, die man zweimal geht. Von Mutproben. Von Küchen, in denen entschieden wird, was gut genug ist.
Wer heute selbst backt, braucht kein Backhäuschen mehr. Ein Pizzastein im Ofen genügt, ein gutes Rezept, und etwas Geduld. Die Kruste wird kräftig, das Innere weich, und irgendwo zwischen Kneten und Warten schleicht sich das Gefühl ein: Ich tue etwas Ursprüngliches.
Brot ist mehr als Nahrung. Es ist Erinnerung. Und manchmal schmeckt es ein bisschen nach Kindheit.
Zum Brotbacken nutze ich gerne die Rezepte aus dem Brotbackbuch: Brot, Brot, Brot. Eines davon stelle ich euch vor.
Den Pizzastein, den ich nutze, gibt es hier: Pizzastein.
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Selbstgebackenes Brot auf Pizza- oder Brotbackstein
Kürbis-Sonnenblumen-Brot
Selbstgebackenes Brot mit Sonnenblumen- und Kürbiskernen
Zutaten
Kochutensilien
Method
- Kürbis- und Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl leicht rösten
- Hefe, Mehl, Honig, Salz, die gerösteten Kerne und 350 ml Wasser in der Rührmaschine zu einem klebrigen Teig verrühren. Nicht kneten. Mit Frischhaltefolie abdecken und acht Stunden (am Besten über Nacht) gehen lassen.
- Die Arbeitsfläche großzügig mit Mehl bestreuen, den Teig halbieren und eine Hälfte mit dem Teigschaber auf das Mehl geben. Den Teig wenden, und in einen runden Gärkorb legen. Mit dem restlichen Teig wiederholen. Die Laibe mit einem Tuch abdecken und 60 Minuten gehen lassen.
- Mindestens eine halbe Stunde vor dem Backen den Backofen so heiß wie möglich anheizen. Mit Pizzastein besser noch länger.
- Die Laibe auf den heißen Stein stürzen und in den Ofen schieben. Die Temperatur auf 230 Grad Celsius reduzieren, und die Brote ca. 35 Minuten backen. Wenn sie fertig sind, auf einem Gitter abkühlen lassen





Hier gibt es noch weitere leckere Rezepte für Brot und Brötchen:
Izabella von Haus und Beet mit “Das einfache Kartoffelbrot”,
Tina von Küchenmomente mit einem “Milwaukee-Brot”,
Frances von carry on cooking mit selbstgebackenes Toastbrot
Elsa von Einfach Elsa mit einem schnellem Wolkenbrot
Stephie vom kohlenpottgourmet mit Selbstgemachtes Knäckebrot
Silke von Blackforestkitchen mit Kürbisbrötchen
und Christina von The Apricot Lady mit Frühstückskipferl