Bratwurst Fränkische Tapas

Bratwurst im Schlafrock

Bratwurst im Teigmantel

Heute ist der Fünfte eines Monats und Frau Brüllen möchte wieder wissen, WMDEDGT oder: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Link zur Blogaktion.

Meine Mitbewohnerin und ich stehen früh auf und trinken Kaffee. Draußen ist es noch neblig und wir beschließen, dass wir heute die herbstliche Stimmung nutzen wollen. Wir fahren nach Hetzles und wandern rund um den Hetzleser Berg im Kopfeichenland.

Nachmittags kehren wir nach Hause zurück und nehmen uns auf dem Heimweg beim Metzger noch Bratwürste mit. Auch wenn ich zum Abendessen Bratwurst im Schlafrock mache, legen wir uns noch nicht gleich ins Bett. Ich lasse den Tag mit dem Buch „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz ausklingen, das von der Flucht eines Juden nach der Reichsprogromnacht am 09. November 1938 erzählt. Die Mitbewohnerin vertreibt sich den Abend dagegen auf einer Sitzung eines Gemeinderates, über den sie anschließend für die Zeitung berichten darf.

Herbststimmung

Herbststimmung von Nikolais früheren Kinderzimmer aus gesehen

Am 27.Mai dieses Jahres waren wir ebenfalls im Kopfeichenland bei Hetzles unterwegs. Wir gingen bis hoch auf den Flugplatz, sahen dort eine drohend dunkle Wolkenwand herannahen und die Segelflieger in kurzen Abständen landen.

Frühlingsstimmung auf dem Hetzleser Berg

Diese seltsame Stimmung hielten wir fest – ohne zu ahnen, dass gerade dieses Foto noch eine besondere Bedeutung für mich bekommen würde.

Diese offenbarte sich erst, als ich den Totenschein meines Sohnes in den Händen hielt: Datum und Uhrzeit von Foto und Urkunde stimmten überein. Vielleicht wollte mir die dunkle Wolke eine stille Botschaft senden, eine Botschaft, die ich erst später entziffern konnte.

alte Eiche – die so genannte Habbdmoscheichen

Etwa 50 Meter von meinem früheren Haus entfernt stand ursprünglich eine sehr alte Eiche. Von seinem Zimmer aus sah mein Sohn gerne dem farbenfrohen Blätterspiel im Herbst und dem grünen Erwachen nach dem langen Winter zu. Als plötzlich und für ihn völlig unerwartet ein weiteres Haus gebaut wurde, das ihm die Sicht auf seine Eiche nahm, war er sehr enttäuscht. Im letzten Monat brach ein großer Ast dieser Eiche ab, so dass der Baum gefällt wurde. Jetzt gibt es beide nicht mehr, sowohl Nikolai als auch diese „seine“ Eiche sind nicht mehr.

Als wir heute durch das Kopfeichenland rund um den Hetzleser Berg wanderten, habe ich mich zunächst an Nikolai und seine geliebte Eiche erinnert. Eine leise Schwermut ließ die Beine schwerer und das Gehen mühsamer werden.

Kopfeiche

Doch der Anblick der golden gefärbten Eichen lässt mich an einen verzauberten Wald denken und mir wird es wieder leichter ums Herz. Bei diesen Kopfeichen wurde früher der Haupttrieb gekappt, ähnlich wie bei den eher bekannten Kopfweiden. Oben auf den Stümpfen wachsen wieder neue Äste aus den Eichen, so hoch, dass sie wiederum zu Bäumen werden, die dem Boden scheinbar entrückt sind. Auf diese Weise wachsen neue Bäume auf Bäumen und es wirkt, als ob sich der Wald wie eine Kathedrale in den Himmel erhebt.

Während unten in Hetzles noch der Nebel die Sicht versperrte, kam mit der Höhe nicht nur die Sonne heraus, sondern auch der Wind. Dieser pustete sämtliche trüben Gedanken einfach weg und oben fand ich den Herbst so fantastisch, wie eigentlich in jedem Jahr. Ich freue mich nämlich schon den ganzen Sommer darauf, dass es endlich wieder Herbst wird.

Doch es ist ganz egal, wie feierlich der Weg und die Kopfeichen wirken, irgendwann bekommen wir Hunger. Da meine Gedanken immer noch bei meinem Sohn sind, erinnere ich mich daran, dass wir uns gerne eine Bratwurst im Schlafrock beim Bäcker holten und diese unterwegs verspeisten, so für den kleinen Hunger zwischendurch.

Die Bratwurst im Schlafrock aus einer fränkischen Bäckerei

Bratwurst im Schlafrock

Nürnberger Bratwurst im Blätterteig mit Sauerkraut

Zutaten:
Blätterteig
Nürnberger Bratwürste
Sauerkraut
Gemüsebrühe
1 Apfel
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
1 Pimentkorn
Salz, Pfeffer und Zucker

Zubereitung:
Die Bratwürste in einer Pfanne braten und anschließend beiseite stellen. In der Zwischenzeit das Sauerkraut in einem Topf mit Gemüsebrühe erwärmen. Ein Lorbeerblatt, 2 Nelken und ein Pimentkorn hinzugeben. Den Bratenrückstand in der Pfanne mit etwas heißem Wasser lösen und zu dem Sauerkraut geben. Jetzt den Apfel schälen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Anschließend die Apfelscheiben in einer Pfanne mit einem Esslöffel Zucker karamelisieren und ebenfalls zum Sauerkraut geben. Das Ganze gut 15 Minuten köcheln lassen. Das Sauerkraut mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Nun die aufgetauten Blätterteigplatten auf eine bemehlte Arbeitsfläche auslegen und notfalls etwas größer ausrollen, damit genügend Teigfläche zum Einschalgen für die Bratwurst vorhanden ist. Die Teigplatten halbieren und je eine Bratwurst mit etwas Sauerkraut außerhalb der Mitte darauf legen. Dabei die Soße vom Sauerkraut vorher abtropfen lassen, damit der Teig nicht durchweicht.

Bratwurst mit Sauerkraut auf den Blätterteig legen

Dann den Blätterteig übereinander schlagen und die Ränder mit einer Gabel zusammendrücken.

Ränder der Teigtasche mit einer Gabel zusammendrücken

Die Teigtaschen auf ein Blech mit Packpapier legen und im vorgeheizten Ofen bei 180° C ca. 20 Minuten goldgelb backen lassen.

Tipp:
Die Bratwurst im Schlafrock schmeckt auch kalt sehr gut und kann problemlos einen Tag aufbewahrt werden.
Wer die Bratwurst im Schlafrock klassisch haben möchte, verwendet dazu einen Brötchenteig.

Rezeptanleitung. Zum Herunterladen bitte anklicken.
Bratwurst im Schlafrock pdf Rezeptanleitung

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