Fränkische Tapas Vegetarisches

Tarte mit fränkischem Kürbis und Curry

Kürbisse gab es in der ursprünglichen fränkischen Küche eigentlich nicht, jedenfalls wurden sie höchst selten als Gerichte serviert. Man verwendete sie vorwiegend als Viehfutter. Falls sie doch gelegentlich ihren Weg in die Küche schafften, dann nur süß-sauer eingelegt. Davon reichte mir eine kleine Kostprobe – und das Gemüse war endgültig aus meiner Nahrungskette verbannt.

Als vor einigen Jahren die Halloweenbräuche von Amerika bis zu uns kamen, zog auch der Kürbis in die deutsche und damit die fränkische Küche ein. Einer meiner Brüder brachte mir zwei große Kürbisse aus seinem Garten. Gemeinsam mit meinem Sohn höhlte ich einen dieser Kürbisse aus, wir schnitzten mit einem Messer Augen, Nase und Mund. Wir stellten den hohlen Kürbiskopf vor die Haustür, stellten eine Kerze hinein und zündeten sie an.

Das Fruchtfleisch lag nun in einer großen Schüssel. Was sollte ich damit machen? Es einfach auf den Kompost werfen? Für meine Mutter wäre es undenkbar gewesen, Lebensmittel einfach zu entsorgen – und in diesem Sinne erzog sie uns auch. Da ich den Kürbis nur im süß-sauren Zustand kannte und diesen definitiv nicht essen wollte, suchte ich nach einem anderen Rezept. Ich fand ein Suppenrezept – und da ich gerade meinen Geburtstag feierte, bot ich meinen Freunden eine Kürbissuppe an.

Kürbissuppe

Robert war skeptisch: „Hast du nichts anderes? Suppen mag ich nicht“, erklärte er. Trotzdem ließ er sich überreden und probierte sie. Anschließend war der halbe Topf leergefuttert.

Seit dieser Zeit bauen wir in unserem Garten Kürbisse an. Auch in der Abokiste finden wir gelegentlich welche. So probieren wir immer wieder neue Sorten und Varianten der Zubereitung aus.

Heute gibt es Tarte mit Kürbis.
Als die Franzosen Franken besetzten, verbreitete sich deren Küche auch bei den eher „kleinen Leuten“. Grafen und Kirchenfürsten waren ja schon immer französisch angehaucht und hatten sich in ihrem Prunk und Bauten an Versailles und der dortigen Kultur orientiert. Seit dieser Zeit sagt man, „blos keine Fisimadenden“, wenn man Angst davor hat, hintergangen zu werden. Dieser Ausdruck stammt aus dem Französischen: Mit den Worten „visitez ma tente“ (besuchen sie mich in meinem Zelt) versuchten die Besatzer die ansässigen Frauen zu einem Rendezvous zu überreden.

Die Tarte aus einem Hokkaidokürbis mache ich für meine Mitbewohner und zwar ganz ohne Fisimadenden. Wir leben hier nämlich ganz gut und gerne miteinander.

Tarte mit fränkischem Kürbis und Curry

Tarte mit fränkischem Kürbis und Currys

Zutaten:
Einen Blätterteig herstellen oder kaufen (Tartes gehen eigentlich mit Mürbteig)

Füllung:
400 g Kürbis
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
3 Eier
125 ml saure Sahne
1 TL Curry

Zubereitung:
Zwiebeln klein schneiden und in einer Pfanne glasig anbraten. Den zerdrückten Knoblauch hinzugeben und anschließend einen Teelöffel Curry darüber streuen und kurz anbraten lassen.

In den Tarteteig mit die Curry-Zwiebeln geben

Die Förmchen mit Butter ausstreichen und mit dem Teig auslegen. Jetzt die Curry-Zwiebel-Mischung darin verteilen.

Kürbis in Stücke schneiden

Den Kürbis klein schneiden, ebenfalls anbraten und in Gemüsebrühe weichkochen. Danach den Kürbis pürieren.

Kürbis pürieren

Dabei auf die Konsistenz achten und lieber Gemüsebrühe nachgießen. Den Kürbismus mit den Eieren und der Sahne verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Förmchen damit ausgießen.

Kürbismus in die Förmchen gießen

Im vorgeheizten Ofen bei 180° C 20 Minuten backen.

Wir würzen unsere Kürbisrezepte zusätzlich mit Kürbiskönig-Gewürz von Herbaria. Es ist sehr lecker.

Foodblog-Party November 2018

Hier gibt es noch weitere lecker Quiches und Tartes.

Ina von Applethree: Apfel-Marzipan Tarte
Tina von Küchenmomente: Rosenkohl-Haselnuss-Quiche mit Apfel 
Christina von The Apricot Lady: winterliche Quiche 
Marie von Fausba: Schokoladentarte mit Kürbispunkten 
Marie-Louise von Küchenliebelei: Spinatquiche und dazu Anis-Lachs
Frances von carry on cooking: Ratatouille-Quiche
Volker von volkermampft: Mangold-Birnen-Gorgonzola Quiche mit Bacon-Walnuss Crunch

 

Wir empfehlen.

Ein sehr leckeres Gewürz, speziell für Kürbisgerichte.

Eine solide und gute Backform.

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  1. Pingback: Mangold-Birnen-Gorgonzola Quiche mit Bacon-Walnuss Crunch – volkermampft

  2. Deine Förmchen sind ja supersüß! Die würde ich gerne mal stibitzen 😉 Aber mit Inhalt bitte, der hört sich nämlich auch sehr gut an!
    LG Ina

  3. Ha, ich wusste es! Bei dir lerne ich wirklich immer etwas. Witzig, vor ein paar Tagen motzte ich meinen Sohn an: Nun lass diese Fisimatenten! Und er guckte mich nur fragend an, zuckte mit den Schultern und fragte, was das denn nun wieder bedeuten würde…Die heutige Bedeutung konnte ich ihm erklären, nicht aber den Ursprung. Das hole dann mal gleich nach 🙂 .
    Mir ging es mit Kürbis übrigens genauso wie dir. Als Kind gab es ihn nur sauer eingelegt – überhaupt nicht meins.
    Jahre später das Kürbisfleisch der Halloween-Kürbisse und daraus die erste Kürbissuppe…und inzwischen ist es eine große Kürbisliebe. Deshalb bin ich jetzt schon Fan deiner kleinen Kürbistartes.
    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag
    Tina

  4. Pingback: winterliche Quiche - The Apricot Lady

  5. Pingback: Apfel-Marzipan Tarte - Applethree | Personal blog about Food, Travel & Life

  6. Lieber Ronald,
    wir lieben Kürbis und vor allem Hokkaido.
    Dein Rezept, vor allem mit den Zwiebeln am Boden, ist wirklich klasse.
    Wir werden es bei Gelegenheit in jedem Fall einmal ausprobieren.
    Liebe Grüße aus Bamberg sendet dir
    Marie

  7. Lieber Ronald, ich liebe deine Stories immer wieder! Tolles Rezept – die Idee mit dem Curry find ich spitze. Liebe Grüße, Frances 🙂

  8. Wie tolle Förmchen *.* da schlägt das Foodblogger-Herz gleich höher.
    Ich finde ja es muss nicht immer Mürbteig sein – man darf es machen wie es einem schmeckt!
    Deine leinen Tartlets sehen köstlich aus!
    lG
    Christina

  9. Pingback: Rosenkohl-Haselnuss-Quiche mit Apfel | Küchenmomente

  10. Mhh, die Mini-Tartes sehen wirklich köstlich aus. Leider kann ich das Herz meines Mannes mit Kürbis nicht gewinnen und für mich selbst lohnt es sich vermutlich nicht. Aber es sieht trotzdem sehr gut aus! : )
    Liebe Grüße!
    Marie-Louise

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