Fleisch Fränkische Tapas

Fränkisches Schweinekotelett mit Sauerkraut und Apfel

Schweinekotelett mit Kartoffelpüree

Schweinekotelett mit Kartoffelbrei gab es in meiner Kindheit oft zu essen – und wir fünf Brüder aßen sie sehr gerne. Da das Fleisch günstiger war und dank des Knochens auch nicht so viel davon auf jedem Teller landete, bekam jeder von uns Jungs ein ganzes Kotelett.
Mit Sauerkraut und Kartoffelbrei gab es die Schweinekoteletts vor allem in der kalten Jahreszeit. Selbstverständlich mit Kümmel: Diesen hat unsere Mutter nie vergessen, auch wenn wir darauf nicht so scharf waren. Doch beschwert haben wir uns nie darüber, schließlich ist Kümmel in Franken in vielen Gerichten unverzichtbar. Es gibt sogar Kümmelbrötchen, die hier mit Butter und Marmelade gegessen werden. Nur meine Mitbewohnerin findet den Kümmel nicht so lecker.

Zufall oder göttliche Eingebung?

Als es erst drei – von zukünftig fünf – Brüder gab und wir noch Babys beziehungsweise Kleinkinder waren, legte unsere Mutter uns zum Schlafen in eines der oberen Zimmer. Dort stand ein Ölofen als Heizung: Sollte dieser den Raum heizen, musste das Öl mit einem Gießer aufgefüllt werden.
Sobald wir tatsächlich eingeschlafen waren, konnte unsere Mutter die Tür schließen und ihre Hausarbeiten in Ruhe erledigen. Oft nutzte sie die Zeit und machte ihre Einkäufe im Dorf.
So wie an diesem einen Tag: Wir schliefen oben in unseren Betten und unsere Mutter wollte zum Metzger. Später erzählte sie uns, dass sie schon die Haustür hinter sich zugezogen hatte, als sie plötzlich ein ungutes Gefühl verspürte. Sie sperrte die Haustür wieder auf und ging zu uns nach oben. Als sie die Tür zu unserem Schlafzimmer öffnete, kam ihr eine dicke Rauchwolke entgegen: Offenbar war der Kamin noch nicht warm genug und der Qualm wurde nach unten gedrückt, so dass er aus dem Ofen herausquoll.
Unsere Mutter holte tief Luft, rannte ins Zimmer und wollte das rettende Fenster öffnen. Da ihr der Qualm die Sicht versperrte, stieß sie gegen sämtliche Möbel, bevor sie das Fenster ertasten konnte. Doch jetzt reichte ihre Luft nicht mehr aus und sie kehrte um. Im Flur atmete sie tief durch, holte noch einmal so viel Luft, wie sie nur konnte und startete einen erneuten Versuch. Jetzt konnte sie nicht nur das Fenster öffnen, sondern packte uns nacheinander und brachte uns schnell in ein anderes Zimmer.
Sie war heilfroh, als sie sah, dass ihren drei Kleinen nichts passiert war. Als sie uns später diese Geschichte erzählte, gestand sie uns, dass sie nie erfuhr, warum sie eigentlich ein solch ungutes Gefühl überkam. Sie hörte jedoch darauf, kehrte um und rettete auf diese Weise unsere Leben.
Man kann es Zufall oder siebter Sinn nennen.
Unsere Mutter war jedenfalls überzeugt, dass Gott sie ins Haus zurückkehren ließ: Ihr ganzes Reden und Handeln war immer vom Glauben tief geprägt.
Als sie mit 38 Jahren starb, war sie ebenfalls noch sehr jung. Ich war selbst noch nicht volljährig und erinnerte mich an dieses Ereignis, bei dem sie uns vor dem sicheren Tod gerettet hatte.
Ich fragte mich:
War ihr Tod Zufall?
Und wenn nicht, wie konnte Gott so etwas zulassen?
Ich konnte damals keinen Sinn in ihrem Tod sehen, hörte jedoch nie auf, nach dem Sinn ihres Todes zu fragen.
Je älter ich werde, desto mehr Sinn entdecke ich jedoch in genau diesem Zufall.

Schweinekotelett mit Sauerkraut und Kartoffelbrei

Zutaten:
4 Koteletts vom Schwein
1 großer säuerlicher Apfel
2 große Zwiebeln
Salz und Pfeffer
500 Gramm fertiges Sauerkraut (siehe unten)

Zubereitung:
Die Koteletts von beiden Seiten gut anbraten. Anschließend salzen und pfeffern. Einen Bräter mit Sauerkraut füllen, Koteletts darauflegen und mit den Apfelringen belegen. Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und in der Pfanne glasig dünsten. Die gedünsteten Zwiebelringe werden über die Äpfelringe gelegt. Bräter schließen und bei 180° C im Backofen 1 Stunde garen. Damit die Zwiebeln schön knusprig werden, wird für die letzten 20 Minuten der Deckel des Bräters entfernt.

Schweinekoteletts
Schweinekoteletts
Koteletts in einer Pfanne von beiden Seiten anbraten
Schweinekoteletts von beiden Seiten gut anbraten
Koteletts auf das Sauerkraut legen
Schweinekoteletts auf das Sauerkraut in einem Bräter legen
Äpfel auf die Koteletts legen
Apfelscheiben auf die Koteletts legen
Zwiebelringe werden auf die Koteletts gelegt
Zwiebelringe auf die Apfelscheiben legen

Fränkisches Sauerkraut

Orginal fränkisches Sauerkraut
Fränkisches Sauerkraut

Zutaten:
500 Gramm fränkisches Sauerkraut, eine Zwiebel, ein geschälter und in kleine Stücke geschnittener Apfel, ein Eßlöffel Zucker, ein Eßlöffel mit Kümmel, zwei Lorbeerblätter, fünf Wacholderbeeren, ein Eßlöffel Senfkörner, fünf schwarze Pfefferkörner und 100 Milliliter Brühe.

Gewürze für fränkisches Sauerkraut
Gewürze für das fränkische Sauerkraut
Fränkisches Sauerkraut Zutaten
Zutaten für das fränkische Sauerkraut

Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, diese zunächst in der Pfanne anschwitzen, bis sie glasig werden. Die klein geschnittenen Apfelstückchen dazu – und alles mit Zucker bestreuen. Warten, bis der Zucker schmilzt und karamellisiert. Die Brühe aufgießen, das Sauerkraut und die Gewürze hinzugeben.

Zutaten für Sauerkraut andünsten
Zwiebeln und Speck glasig dünsten. Jetzt die Apfelscheiben hinzugeben
Karamelisierte Äpfel
Äpfel mit Zucker in einer Pfanne karamelisieren

Die Bratenrückstände  in der Pfanne werden anschließend mit Wasser gelöst. Der Bratensaft kommt noch über das Sauerkraut und verfeinert es.

Tipp: Je öfter ein Sauerkraut wieder aufgewärmt wird, desto besser schmeckt es.

Kartoffelbrei (Stampf)

Zutaten:
500 g mehlige Kartoffeln
100 ml Milch
1 Eigelb
4 EL Butter
Salz
Pfeffer
Muskat

Kartoffelbrei -Stampf - Zutaten
Zutaten für den Kartoffelbrei

Die Kartoffeln werden geschält und gekocht. Sind sie weich, werden sie einfach mit einer Gabel zerdrückt, die lauwarme Milch wird dazugegeben, ebenso Butter, Eigelb und Gewürze. Falls der Kartoffelbrei noch zu fest sein sollte, schadet etwas mehr Milch keinesfalls.

Rezeptanleitung: Zum Herunterladen bitte anklicken.
Fränkisches Schweinekotelett pdf Rezeptanleitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.