Bratwurst Wenn´s pressiert

Fränkische Bratwurstklöße mit Sauerkraut

Fränkische Klöße mit Bratwurstbrät

Was wären die Franken ohne Bratwurst, Sauerkraut und Klöße?
Wenn es in Franken um typische Gerichte geht, fallen den Menschen sofort drei Dinge ein: Bratwürste, Klöße und Sauerkraut. Auch wenn alle drei Gerichte einzeln wunderbar schmecken, wollte ich wissen, ob das auch noch gilt, wenn sie sich zusammenraufen müssen. Also habe ich die Klöße einmal anders gefüllt: Statt gerösteter Brotwürfel steckte ich Bratwurstbrät hinein. Mit Sauerkraut als Beilage entstand daraus ein Gericht, das sich schnell und unkompliziert kochen lässt. Sind Bratwurstbrät und Sauerkraut bereits gewürzt, werden zudem keine weiteren Zutaten benötigt.
So unkompliziert wie Klöße mit Bratwurst und Sauerkraut war unser Leben in den 70iger Jahren. Schule war uns nicht wichtig. Obwohl damals der Samstag noch offizieller Schultag war, hatten wir viel Freiraum. Das lag vielleicht daran, dass unsere Eltern wenig Zeit für uns hatten, vielleicht aber auch daran, dass es in vielen Familien auch viele Kinder gab.
So kümmerten sich unsere Eltern nur wenig um unsere schulischen Belange. Die Hausaufgaben wurden von ihnen nicht kontrolliert und überhaupt vertrauten sie darauf, dass die Lehrer uns schon alles Notwendige beibringen würden.
War die Schule mittags vorbei, gingen wir nach draußen, schließlich war irgendwo immer etwas los. Das wussten wir auch ganz ohne Telefon und WhatsApp.
Vor dem Wald hatten einige Jungs Tore gebaut und damit eine Wiese zu einem Bolzplatz geadelt. Also gingen wir dort zum Fußballspielen hin. Einen Schiedsrichter hatten wir nicht. Gab es ein Foul, war das Geschrei entsprechend groß. Vielleicht hat die Lautstärke entschieden, ob ein Freistoß gewährt wurde, oder nicht.
Da wir keine Fußballschuhe hatten, spielten wir – zum Ärger unserer Mütter – mit den Straßenschuhen. Von denen besaß ich nur ein einziges Paar. Das war damals so und keiner hat sich etwas dabei gedacht oder den anderen schief angeguckt.
Ein anderer Junge spielte in den Arbeitsschuhen seines Vaters Fußball. Trat er einem anderen gegen das Schienbein, tat das höllisch weh. Irgendwann kapierten wir, dass in den Spitzen der Schuhe eine Stahlkappe steckte. Wir gingen auf ihn los und beschimpften ihn so lange, bis er schließlich nach Hause flüchtete. Überhaupt regelten wir damals die Streitigkeiten untereinander selbst. Gab es mit älteren Jungs Probleme, traten wir ihnen erst dann entgegen, wenn wir selbst mit einer größeren Truppe unterwegs waren. Die Streitereien waren ein reines Kräftemessen, schwere Verletzungen gab es bei uns nie. Wir versuchten, den anderen in den Schwitzkasten zu nehmen und zu Boden zu drücken. Hob einer die Hand, war das ein Zeichen, dass er aufgab. Damit war die Sache erledigt.
Uns blieben auch die pädagogischen Gespräche erspart, keiner wollte wissen, wer an etwas schuld war und warum er etwas getan hatte.
Dafür haben wir gelernt, uns selbst zu behaupten.
Auch so etwas wie Mobbing habe ich früher nicht erlebt. Vielleicht gibt es so etwas unter Kindern auch erst, seit sich die Eltern für alles verantwortlich fühlen. Ich weiß es nicht.
Meine Kindheit war jedenfalls sehr schön. Ich fühle mich immer noch mit vielen derjenigen verbunden, mit denen ich damals unterwegs war und gespielt habe. Sehen wir uns – manchmal erst Jahrzehnte später – einmal wieder, ist diese alte Verbundenheit sofort wieder da.

Fränkische Bratwurstklöße

Zutaten:
Kloßteig
4 Bratwürste oder Bratwurstbrät
Sauerkraut

zutaten für Fränkische Klöße mit Brät
Kloßteig und Bratwürste

Zubereitung:
Mit dem Messerrücken das Brät aus den Bratwürsten drücken.

Brät aus der Bratwurst drücken

Anschließend in der Hand einen flachen Fladen aus dem Kloßteig formen, Brät in die Mitte geben und das ganze mit beiden Händen zu einem Kloß rollen.

Die Klöße ins kochende Salzwasser geben und 30 Minuten ziehen lassen. Dazu gibt es fränkisches Sauerkraut.

Klöße 30 Minuten ziehen lassen

Rezeptanleitung. Zum Herunterladen bitte anklicken.
Fränkische Bratwurstklöße pdf Rezeptanleitung

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