Fränkische Tapas

Walberla im Winter und Schinkennudeln

Meine Mitbewohnerin und ich gehen gerne hinaus, genießen unser wunderbares Franken und die frische Luft. Auf einer Tour im Winter rund um das fränkische Walberla hat sie Fotos gemacht und diese als Videoclip zusammengestellt. Wer mag, kann sich das in Ruhe einmal ansehen.

War es Winter, wurde bei uns früher an den Wochentagen nur ein einziges Zimmer geheizt. Das war die Küche. In dieser war es immer muckelig warm, schließlich stand hier der kleine Holzofen, auf dem auch gleichzeitig das Essen gekocht wurde. Oben auf dem Ofen lag eine dicke Eisenplatte mit einem Loch in der Mitte. Das Loch wurde mit einem runden Eisendeckel verschlossen, der noch zwei weitere Ringe hatte, je nachdem, wie groß der Topf war, der auf den Herd und damit ins Feuer gestellt werden sollte.
Weil meine Mutter auf diesem kleinen Herd wohl nur schwerlich das Essen von sieben Leuten hätte kochen können, hatten wir zusätzlich einen Gasherd. Als ich zehn Jahre alt war, kam noch ein Elektroherd dazu.
Doch der kleine Holzofen war im Winter die einzige Wärmequelle, die es im Haus gab. Eine Zentralheizung hatten wir nicht.
Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wo wir fünf Jungs uns wohl aufhielten. In der Küche stand ein großes Sofa, auf dem hatten immerhin vier von uns Platz. Der fünfte musste sich mit einem Stuhl begnügen. Die Wand hinter dem Sofa hatten meine Eltern vorsorglich mit einer Folie geschützt: Falls es beim Essen etwas lebhafter zugehen sollte, sollte sie als Spritzschutz dienen.
Kamen wir also im Winter von der Schule nach Hause, saßen wir um den Küchentisch herum. Trotzdem war uns nicht langweilig. Es war immer etwas los, und wenn nicht, nun, wir brauchten nicht lange, wenn wir einen Grund zum Streiten finden wollten.
Wurde es unserer Mutter zu bunt, schickte sie uns alle an die frische Luft. Wir mussten aus dem Haus in die Kälte, bekamen eine Uhrzeit angesagt und durften nicht ins Haus, bevor diese abgelaufen war.
Wir schnappten uns unsere Schlitten und zogen ab. Kamen wir anschließend verfroren und hungrig zurück, wollten wir so schnell wie möglich aus unseren kalten und nassen Klamotten raus und rein in die warme Küche.
Damit sie uns fünf ausgehungerten Jungs schnell was auf den Tisch stellen konnte, kochte die Mutter oft Schinkennudeln: Die waren fix zubereitet, schmeckten allen und machten satt.
Damit es für alle reichte, brauchte meine Mutter anderthalb Kilo Spirellis. Da selbst unsere große Pfanne für diese Nudelmenge zu klein war, bereitete sie die Schinkennudeln im Bräter zu. Dazu gab es den von uns heiß und innig geliebten Ketchup und wer ganz mutig war, streute anstelle des Emmentalers Parmesan auf die Nudeln.
Um die am Boden des Bräters eingebrannte Kruste stritten wir jedesmal heftig, die Mutter bevorzugte jedes Mal einen anderen von uns.

Fränkische Schinkennudeln-Tapas

Zutaten:

500 g Spiralnudeln
200 g gekochten Schinken
1 Zwiebel
50 g geriebener Emmentataler
50g Parmesan
Paprikapulver
Curry
Salz

Zubereitung:

Die Nudeln im Salzwasser nach der angegebenen Zeit kochen, so dass sie noch etwas bissfest sind. Die Zwiebeln würfeln und in einer Pfanne gut anbraten. Den Schinken in ein Zentimeter große Quadrate schneiden und ebenfalls mit den Zwiebeln anbraten. Ist alles etwas gebräunt, kommen die gekochten Nudeln dazu und werden gut mit den Schinkenstücken und Zwiebeln vermischt.
Alles wird mit Paprika und Curry gewürzt, ganz nach dem persönlichem Geschmack. Die Nudeln müssen jetzt leicht am Boden der Pfanne geröstet und anschließend gewendet werden. Je nachdem wie knusprig die Schinkennudeln werden sollen, kann dieser Vorgang nach Belieben wiederholt werden.
Mit Ketchup, geriebenen Emmentaler und Parmesan wird alles serviert.

 

Rezeptanleitung: Zum Herunterladen bitte anklicken.
Fränkische Schinkennudeln pdf Rezeptanleitung

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