Fränkische Tapas

Fränkischer Spargelsalat süß-sauer

Der Blog „Draußen nur Kännchen“ ruft wieder zu seiner Aktion 12 von 12. Da gerade Spargelsaison ist, stelle ich die Zubereitung von fränkischem Spargel als Salat mit 12 Bildern vor. Echt fränkisch und echt lecker!

Wir leben hier in der Sandachse zwischen Nürnberg und Bamberg, in der neben Meerrettich traditionell auch Spargel angebaut wird. Da Spargel ein sehr teures Gemüse ist, bekamen wir ihn in unserer Kindheit nur einmal im Jahr und dann als Salat zubereitet auf den Tisch. Meine Mutter kaufte den Spargel erst, wenn die Spargelsaison langsam zu Ende ging: Zu dieser Zeit war er etwas billiger und für ihren schmalen Geldbeutel erschwinglich. Die Anzahl der Stangen richtete sich nach den sieben Familienmitgliedern, schließlich musste sie sich durch sieben teilen lassen. Für jeden gab es höchstens drei Stangen. Mehr konnte die Mutter nicht finanzieren. Wir Kinder liebten diesen Salat, deswegen ließ unsere Mutter den Spargelsalat immer in der gut verschlossenen Speisekammer abkühlen. Sie tischte ihn Sonntags auf, wenn das Hauptgericht verspeist und der Tisch wieder abgeräumt war. Dann gab es den Spargelsalat gewissermaßen als Nachspeise. Dass hier jemand freiwillig auf seinen Anteil verzichtet hätte, wie bei der gebratenen Leber, war undenkbar. Vielmehr hätte jeder gerne noch mehr Spargel auf seinen Teller bekommen.

Fränkische Lebensweisheit:
Die Franken erklären Sachverhalte gerne in anschaulichen und manchmal recht drastischen Bildern. Ein früherer Chauffeur unseres Erdbeerschorsch (so wird der Erzbischof in Bamberg von seinen Franken liebevoll genannt) kommentierte ganz ungerührt: „Mit dem Klerus ist es wie mit dem Spargel, je röter die Köpf, desto ungenießbarer ist er“.

Fränkischer Spargelsalat süß-sauer

Fränkischer Spargelsalat süß-sauer

Zutaten:
1 Kilogramm Spargel
ausreichend Schnittlauch
Essig und Öl
Buttter
Salz, Pfeffer und Zucker

Zubereitung:

Frischer Fränkischer Spargel

Spargel geschält

Endstücke abschneiden

Spargel schälen und den Fuß knapp abschneiden.

Schälreste vom Spargel

Die Schälreste bitte aufheben.

Spargel ins kochende Wasser legen

Einen ausreichend großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Jeweils einen Teelöffel Salz und Butter, sowie einen Viertel Teelöffel Zucker zusammen mit dem Spargel und die Schälreste – sie geben den Spargelsud einen intensiven Geschmack – ins kochende Wasser geben und ca. 15 Minuten kochen lassen, bis der Spargel weich ist. Dann den Spargel aus dem Topf nehmen und das Spargelwasser beiseite Stellen.

Spargelwasser für das Dressing aus dem Kochwasser entnehmen

Eine große Tasse vom warmen Spargelsud mit jeweil 3 Esslöffel Öl und Essig anmischen. Anschließend mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken.

Schnittlauch klein schneiden

Dressing über den warmen Spargel gießen

Ausreichend Schnittlauch klein schneiden und mit dem Dressing über den Spargel gießen.

Spargelsalat mit Dressing

Der Spargel sollte fast bedeckt sein. Den Spargelsalat an einem kühlen Ort abkühlen lassen. Je länger der Spargel im Dressing ruht, desto intensiver wird sein Geschmack.

Spargelsud

Tipp:
Der restliche Spargelsud kann getrunken werden und ist gut für die Entschlackung des Körpers.

Rezeptanleitung. Zum Herunterladen bitte anklicken.
Fränkischer Spargelsalat pdf Rezeptanleitung

  1. Vielen Dank für die wunderbaren Rezepte und die Geschichten drumherum. Sie katapultieren mich augenblicklich zurück in meine 60iger-Jahre-Kindheit in Nürnberg und bewirken spontanes und heftiges Heimweh nach Franken, obwohl ich nun schon viele Jahre in der Nähe von Neumarkt/Opf wohne. Nicht weit weg von Franken und doch Welten entfernt. All die bisher hier beschriebenen Gerichte hat meine Mutter ebenso zubereitet, hach. Damals wusste ich sie leider manchmal gar nicht richtig zu schätzen. Meine Eltern hatten auch wenig Geld und es gab Spargel nur sehr selten und genauso als Salat. Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise lernte ich erst als Erwachsene kennen. Ich bin schon sehr gespannt, welche Gerichte noch folgen und freue mich jetzt schon.
    Liebe Grüße und nochmal ein großes Dankeschön aus der Oberpfalz
    Ursula

    • Hallo Ursula!
      Vielen Dank für deinen Beitrag.
      Dass du nach Franken heftiges Heimweh hast, kann ich sehr gut verstehen.
      Schön, dass Dir meine Rezepte und die Geschichten dazu so gefallen.
      Wenn Du noch irgendwelche Rezepte oder Geschichten aus deiner Kindheit in Franken weißt, würde ich mich freuen, wenn Du sie mit mir teilst.
      Liebe Grüße aus Franken,
      Ronald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.