Fränkische Tapas

Fränkischer Salat mit Stadtwurst

War es im Sommer richtig heiß, suchten wir uns eher schattige Stellen zum Spielen aus: Unser Haus lag am Ortsrand und nicht weit davon entfernt gab es ein verwildertes Grundstück. Da dessen Besitzerin Wally hieß, eine Cousine meiner Mutter war und wir den Film „Geierwally“ gut kannten, nannten wir das Grundstück ebenfalls so. Wir hoben tiefe Gräben als Fallgruben aus, bauten Bunker, tarnten diese mit Ästen und Grünzeug, versteckten uns dort und überlegten uns immer neue Spiele und den einen oder anderen Unfug.
Eines Tages parkte der Cousin unserer Mutter seinen blauen Käfer in unserem Hof, wahrscheinlich sollte unser Vater daran etwas reparieren. Wir haben schnell entdeckt, dass der Käfer nicht verschlossen war. Einer von uns passte auf und die anderen enterten fix das Fahrzeug, verschwanden im Fußraum desselben und inspizierten alle Ecken. Im Handschuhfach entdeckten wir eine angebrochene Schachtel Zigaretten der Marke HB. Die Marke kannten wir aus dem Fernsehen: Das HB-Männchen musste Probleme meistern, die in einem Desaster endeten, sich aber dank der Zigarette in Luft auflösten: „Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“, fragte die Werbung und forderte auf: „Greife lieber zu HB, dann läuft alles wie von selbst.

Link Kurzvideo HB-Männchen hier klicken.

Selbstverständlich wussten wir, dass wir auf gar keinen Fall rauchen dürfen. Aber wenn eine Zigarette alle Probleme löst, dann wollten wir auch unsere Probleme damit lösen. Wir stibitzten die Schachtel, einer von uns holte heimlich Streichhölzer aus dem Haus und wir flitzten zurück zum Bunker. Dort angekommen, nahmen wir eine Zigarette, steckten sie in den Mund und hielten ein brennendes Streichholz an diese. Da uns aber niemand gesagt hatte, dass wir am Filter ziehen müssen, pusteten wir hinein, doch die Zigarette wollte einfach nicht richtig brennen. Als wir versehentlich doch den Rauch einatmeten, löste das einen heftigen Hustenreiz aus. Unser Fazit aus diesem Erlebnis: Rauchen schmeckt nicht. Davon muss man nur schrecklich husten. Zu Hause angekommen, wurde uns zudem noch richtig schlecht. Am nächsten Tag verfrachteten wir die Zigaretten lieber wieder zurück ins Handschuhfach und wunderten uns nur über die Erwachsenen. Wir fragten uns, warum diese so begeistert rauchten und wie sich Probleme in Luft auflösen sollten. Uns war einfach nur schlecht – somit hatten wir nach dem Rauchen nur Probleme, die wir vorher nicht hatten.
Aber was wussten wir schon von der Welt der Erwachsenen. Wir lebten ja in unserer Kinderwelt – und die war eine andere.

An diesen Tagen, an denen es so richtig heiß war, bereitete unsere Mutter oft statt der sonst üblichen Brotzeit frische Salate zu. Ein Salat aus Tomaten und Stadtwurst war unser Lieblingssalat, allerdings gab es den nur, wenn im Garten genügend Tomaten reif waren. Gekauft wurde dieses teure Gemüse nämlich nicht. Dazu gab es mit hauchdünner Butter bestrichene Butterbrote.

Fränkischer Stadtwurstsalat

Salat mit fränkischer Stadtwurst

 

Zutaten:
Ein halber Ring Stadtwurst
1 Schlangengurke
5 Tomaten
1 Paprika rot oder grün
1 Zwiebel
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe
Petersilie
Salz, Pfeffer
Öl und Essig

Zutaten für den fränkischen Salat mit Stadtwurst

Zubereitung:
Die Haut der Stadtwurst entfernen. Die Stadtwurst der Länge nach halbieren und in Scheiben schneiden. Die Gurke, Paprika, Schlangengurke und die Zwiebeln ebenfalls kleinschneiden. Eine Knoblauchzehe schälen, halbieren und mit der Schnittseite eine Salatschüssel kräftig ausreiben.

Mit Knoblauch die Salatschüssel ausreiben

Dadurch bekommt der Salat eine sanfte Knoblauchnote. Eine Marinade mit Essig und Öl herstellen. Ich gebe meist noch etwas Wasser hinzu. Die Marinade mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Petersilie kleinhacken und mit der Marinade über den Salat geben. Alles kräftig mischen und etwas ziehen lassen.

Rezeptanleitung. Zum Herunterladen bitte anklicken.
Fränkischer Salat mit Stadtwurst pdf Rezeptanleitung

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